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Die Herausforderungen des norddeutschen Wetters

Norddeutschland ist ja bekannt für seine Wetterkapriolen...man ist zeitweise dadurch gar nicht orientiert, in welcher  Jahreszeit man sich grad befindet. Es kann sich beispielsweise auch im Sommer einmal wie im Herbst anfühlen, kalt und windig. Aber ich finde, das ist ein Grund, um dieses Land so zu lieben, wie ich es liebe.

 

Solche Wetterverhältnisse gab es vor einer Woche am Ostseestrand in Kalifornien. Den Tag über gab es einen schönen Mix aus Wolken und Sonne, genau wie ich es mag. Als ich mich abends auf den Weg machte, um bei den bekannten Fischerbooten ein paar Aufnahmen zu erwischen, war ich in freudiger Erwartung auf das, was mich dort an toller Szenerie erwartet. Doch damit hatte ich vor Ort nun gar nicht gerechnet: Es war so stürmisch, dass der kalte und beißende Wind den Strandsand dermaßen stark hochwehte, dass ich mich eher wie in der Wüste, denn am Strand stehend fühlte. Die ersten Töne der Titelmusik der Zeichentrickserie "Sindbad" begannen in meinem Ohr zu klingen...Ich bin mir nicht 100 Prozent sicher...ich glaube, ein Kamel wanderte auf seinem Strandspaziergang am Wasser vorbei...

 

Meine Gedanken kreisten sofort in Richtung "das ist nicht gut für die Kamera" oder "boah, überall Sand in den Klamotten und Haaren". Na ja. Kalifornien ist nun auch nicht aus der Welt, ich könnte ja einfach nochmal wiederkommen, wenn es besser ist... Aber ich verharrte doch noch einen Moment. Es war nämlich an diesem Abend wirklich nicht schlecht-Wolken und Sonne waren ja anwesend und vor allem ich. Und wieder einmal lohnte es sich, gegen die Gedanken anzugehen. Die Wolken türmten sich in spektakulärer Manier dramatisch auf.

 

Es schien, als hätte ein Maler seinen Farbpinsel in die große, bunte Farbpalette getaucht: Dunkles Blau, imposantes Hell-und Dunkelgrau, leuchtendes Orange. Die Sonne verschwand dahinter und ließ die Wolken in einem Meer aus diesen intensiven Farben leuchten. Kurz bevor sie den Horizont erreichte, lugte sie wieder aus den Wolken hervor, um dann in leuchtendem Gelb und tiefem Orangerot in der Ostsee zu verschwinden. Und ich kam gar nicht mehr nach, jeden Moment einzufangen, während ich dabei noch zwischendurch einen Augenblick innehielt, um das Spektakel mit den eigenen Augen zu betrachten. Jeden zehnten Schritt auf dem Weg zurück zum Auto blieb ich stehen. Wow, eine Aufnahme noch. Oh hier ist es auch noch toll. Eine noch. Ah, klasse Licht, wunderschön, unfassbar!

Sonnenuntergang in Kalifonien an der Ostsee

Inzwischen war es so kalt geworden, weswegen ich mich auf einen Tee oder Glühwein zuhause freute. Dass ich zwischenzeitlich Sand an den Händen, in den Schuhen, Haaren und sogar zwischen den Zähnen hatte, war mir dann fast egal geworden.

 

Fazit: Klar kann es immer irgendwann anders und besser sein, aber diesen Moment holst du dir nicht wieder. Nutze ihn, solange er da ist, auch wenn die Bedingungen nicht ideal sind. Mal abgesehen davon stellt sich dann die Frage, was ist "ideal". Letzen endes entscheidest du das für dich. Und warum auf etwas warten, was vielleicht nie eintrifft, weil es eben nicht genauso ist, wie du es dir vorstelltst?

Wieder einmal freue ich mich, nicht auf die pessimistischen Quatscher gehört zu haben, sondern auf meine motivierte und positive Stimme.

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