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Viel zu sehen im Norden und wenig Zeit

Wenn der Tag eigentlich 48 Stunden haben müsste...

Die Feiertage sind nun schon wieder einige Wochen her und ich kenne das noch aus meiner früheren Tätigkeit im Einzelhandel, dass die Ruhe danach fast lähmend erscheint. Eben noch war es jeden Tag trubelig, es gibt viel zu planen, zu berücksichtigen. Einkaufen, an die Geschenke denken, Weihnachtsmärkte besuchen. Ich kannte die andere Seite genug und habe erlebt, wie gestresst die Menschen gewesen sind. Und danach kehrte das "Ruheloch" ein.

 

Für mich schien dieser Stress und die Hektik nach über 20 Jahren scheinbar selbst eine gewisse Routine entwickelt zu haben, da ich das kaum noch wahrgenommen hatte.

 

Doch seit meinem Berufswechsel hat sich diese Ansicht geändert, denn ich mag es nur selten, noch auf von Menschen überfüllten Plätzen oder in den Einkaufszentren unterwegs zu sein. Es ist laut und man/ ich habe keine Ruhe, um überhaupt einmal kurz innezuhalten. Sei es, wenn ich selbst einkaufen muss oder eben besonders beim Fotografieren.

 

Die Fotografie verändert sich derzeit ebenfalls. Bis Mitte Dezember ist es täglich früher dunkel. Auch das war bisher immer ein positiver ein Grund, mich noch mehr auf meine Nachtfotografie zu freuen.

 

Jetzt sehe ich das anders: Zum letzten Wintersonnenwechsel habe ich mich sehr darüber gefreut, dass die Tage endlich wieder länger werden. Die Sonne hat mich im vergangenen Jahr fotografisch mehr denn je begeistert, so dass ich es jetzt kaum erwarten kann, mich 2020 über die Sonnenaufgänge und -untergänge zu freuen. Den Tag langsam erwachen zu sehen oder abends im warmen Licht der Sonne zu stehen und zu beobachten, wie sie am Horizont verschwindet.

 

Ich finde es dabei richtig spannend, mich selbst zu beobachten und festzustellen, wie sich meine Sichtweise über die Zeit verändert, was ich nie vermutet hätte.

Kiel

urbanes Kiel

Die Hörn an der Kieler Förde zeigt das urbane Flair der Hauptstadt Schleswig Holsteins. Hier sind Glas und Beton die markanten Werkstoffe direkt am Wasser. Richtig in Szene gesetzt, hat dies auch etwas "Schönes".

In der Kieler City liegt der Schrevenpark, der quasi das Naherholunsgebiet mitten in der Stadt repräsentiert. Hier kann man sich zwischen den gut erhaltenen Altbauhäusern und dem Grünen die Beine beim Spaziergang vertreten oder im Sommer auf den großen Flächen herumflezen oder grillen, oder oder

Blick auf das Kieler Ostufer. Die Wissenschaft versammelt sich hier in geballter Form. Sei es beispielsweise das Geomar oder die Fachhochschule Kiel, die unglaublich vielfältig mit ihren Themen aufgestellt ist.


Lübeck

malerische Altstadt

Lübecks historische Altstadt ist bei jeder Tageszeit schön und auch im Winter bin ich hier immer gern auf Tour. Wenn auf dem Rathausplatz die Menschen Dicht an Dicht mit Punsch und Wurst stehen, ist es in den Gassen erstaunlich ruhig und bietet Zeit und Muße, um ungestört herumzubutschern. Da macht die Nachfotografie richtig Spaß.


von Kiel über Lübeck, nach Hamburg und wieder zurück

Im Grunde sind es diese drei Städte, die meist in meinem Fokus stehen und als ich nach Kiel zog, hatte ich mich anfangs sehr schwer damit getan, wie ich insbesondere mein Hamburg in die Fotografie integriere.

 

Das Tor zur Welt liegt für mich nun einmal nicht um die Ecke, sondern bedeutet immer eine Fahrt von mindestens einer bis eineinhalb Stunden. Nach Lübeck ist es auch bummelig eine Stunde Fahrt und nach einem vollen Arbeitstag unter der Woche macht dieser Zeitfaktor viel aus. Ich habe mir mit dem Wunsch nach mehr Zeit sehr viel Druck gemacht, weil ich es halt unbedingt wollte.

 

Vielleicht kennen Sie das auch. Gerade das, was man unbedingt erzwingen will, kostet viel unnötige Zeit, denn es blockiert eher, als dass es zu einer Lösung beiträgt. So habe ich seit längerer Zeit dem Druck wohl unbewusst nachgegeben, in dem er erst einmal da sein durfte. Vermutlich war das der Schlüsselmoment, denn wenn es einmal zeitlich nicht passte, hatte ich mir alternative Ziele in der Nähe gesucht. Und da gibt es viele, wie ich inzwischen festgestellt habe.

 

Und Zack, jetzt habe ich den Kopf frei, bin unterwegs und nehme meine Umgebung noch klarer wahr als vorher. Jede Stadt hat ihre Besonderheiten. Auch das mir zuerst hässlich anmutende Kiel hat seinen besonderen urbanen Charme und je weiter man an der Kieler Förde entlangfährt, gibt es mehr Meer zu sehen.

 

Meine Heimatstadt Lübeck punktet bei mir mit der wunderschönen und gut erhaltenen Altstadt. In ihren Gassen kann ich mich immer wieder verlieren und obwohl ich über vierzig Jahre dort gelebt habe, gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken.

 

Und Hamburg...das ist Vielfalt. Die Elbe mit ihrem maritimen Charme und deren markanten Kränen. Fährt man in die Stadt, gibt es das hippe Schanzenviertel, Hamburger Altbau trifft hier auf Moderne. Die Reeperbahn ist, ganz klar, ein besonderes Highlight und dort sind ganz in der Nähe die Landungsbrücken oder der berühmte Fischmarkt.

undundund...

Hamburg

Tor zur Welt

Sündige Meile Reeperbahn

Der Kiez, den Hans Albers vor ewigen Zeiten verliebt besungen hat, sieht sicher nicht mehr so aus wie damals. Die Reeperbahn hat aber immer ihren Reiz; ich finde es schade, dass sie immer mehr zu einer Partymeile wird, auf der sich die jungen Leute den Verstand wegsaufen.

Hamburger Michel

Sie ist das markanteste  Wahrzeichen Hamburgs, die Hauptkirch St. Michaelis, die als bedeutendste Barockkirche Norddeutschlands gilt und ist schon von weitem von der Elbe aus zu sehen. Der Kirchenturm ist ein toller Aussichtspunkt für den Rundumblick über die Hansestadt.


Komponistenquartier in der Hamburger Neustadt

Das privat geführte Museumsensemble findet sich auf der gegenüberliegenden Hauptstraßenseite des Michel und beheimatet insgesamt sechs Museen berühmter Komponisten. Es liegt quasi nur einen Steinwurf vom Kiez entfernt. Für mich ein schöner Ort mit Geschichte mitten in der Stadt.

alles darf sein...

Meine Erkenntnis ist, dass alles seine Berechtigung hat und die nächsten Touren sind bereits fest geplant oder wabern etwas vage noch in meinem Hinterkopf herum.

 

Der Januar ist um und ich bin endlich wieder unterwegs in Norddeutschland und immer wieder erstaunt, wie vielfältig sich Schleswig-Holstein und Hamburg zeigen, während die Tage langsam wieder länger hell werden.

 

Der Hansestadt an der Elbe habe ich in diesen fünf Wochen bereits dreimal meine Aufwartung gemacht und mindestens zwei längere Aufenthalte stehen bevor.

 

Dennoch, wäre es einfach schön, mehr Zeit zu haben, um unterwegs zu sein. Ärgern werde ich mich aber nicht, ich zeige einfach eimal eine kleine Auswahl der fotografischen Ausbeute. Nachdem ich die eben einmal durchgesehen habe, stelle ich fest, dass es zu viele für einen Artikel sind. Somit bleibt noch genug "Futter" für den nächsten oder den übernächsten...

 

Mal sehen, was sich in diesem Jahr ungeplant noch alles ergibt.

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