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Die Hafenkräne der HHLA mal ganz nah.

unterwegs auf dem HHLA Gelände des CT Altenwerder

Die Weltstadt Hamburg hat viele Wahrzeichen, für die sie weltweit bekannt ist. Da gibt es zum Beispiel die Altonaer Kirche St. Michaelis (von den Hamburgern liebevoll "Michel" getauft), die Elbphilharmonie oder der weiße Heinrich-Hertz Fernsehturm. Für mich zählen dazu auf jeden Fall auch die markanten blau-rot gefärbten Hafenkräne, die das Elbufer bevölkern. Für mich bedeuten sie jedes Mal Abschied aus dem Norden nehmen, wenn ich nach Süden fahre. Auf dem Rückweg, und das ist noch schöner, begrüßen mich die Kräne auf der Durchfahrt in die nordische Heimat.

 

Das zaubert mir immer ein Lächeln ins Gesicht. Hamburg ist eben nicht nur das Tor zur Welt, sondern auch das Tor in den Norden.

 

Sitz man an den Landungsbrücken, hört man auf der anderen Seite das Rumpeln der Container, die durch die Kräne über das Hafengelände rangiert werden. Besonders am Abend bietet der Hafen einen fast malerischen Anblick, wenn die Lichter den dunkelblauen Himmel erhellen. Es gibt eigentlich keine Zeit, in der sich der Hafen nicht geräuschvoll bemerkbar macht. Ich mag diese Geräuschkulisse sehr. Und natürlich war es immer mein Traum, dort einmal mit der Kamera auf Beutezug zu gehen. Das ist Fotografen, wenn überhaupt, nur mit Sondergenehmigung vorbehalten. Verständlich aufgrund der vielen Sicherheitsbestimmungen vor Ort. Durch die "igershamburg" (Instagrammers Hamburg) ergab sich dann vor drei Wochen für mich doch die Gelegenheit, auf dem Gelände der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) ganz nah an die "Hafengiraffen" zu kommen.

unterwegs zwischen den Hamburger Hafenkränen

Nur eine kleine Anzahl von Fotografen hatte das "Glück" dabei zu sein. Die Gruppe sollte sicherlich überschaubar bleiben. Endlich war es soweit.

 

Bevor es vom Treffpunkt aus los geht, wird das Thema Sicherheit großgeschrieben. Helm und Warnweste sind Pflicht und jeder Teilnehmer wird damit ausgestattet. Schick sein, ist heute nicht das A und O. Raus gehts mit den Minivans der HHLA auf das Hafengelände und der erste Stopp ist direkt bei einem asiatischen Containerschiff. Es nieselt und ist enorm dunstig, man kann nicht sehr weit über die Elbe schauen. Schon ein wenig schade, denn am Tag davor und danach gab es wolkiges und sonniges Wetter. Doch das tut dem Ganzen fast keinen Abbruch. Regen bedeutet Pfützen, die eignen sich bestens für Spiegelungen.

Und schon laufen alle Fotografen auf der Suche nach DEM Motiv über den Kai. Höchste Sicherheit gilt weiterhin, denn es gibt Vorschriften, an die sich alle halten müssen. Linien nicht übertreten und nicht über Zäune klettern, denn überall ist der Hafenverkehr unterwegs. Eigentlich klar, aber wenn du so im Fotomodus bist, bekommst du nicht mehr viel "umrum" mit. Das geht mir jedenfalls mit meinem Tunnelblick in diesen Momenten so.

so viel zu sehen und so wenig Zeit!?

Ja und da stehe ich nun und fange an hektisch zu werden, schaue mich um und überlege, welches Objektiv ich nehme. Nochmal wechseln und hier hin und da. Die Gruppe hat sich langsam nach vorn gearbeitet und ich komme gar nicht hinterher. Nachdem ich wieder aufgeschlossen habe, besinne ich mich, endlich einmal innezuhalten. Du hast genug Zeit, deine Aufnahmen zu machen und es geht jetzt auch einfach mal darum, das wahrzunehmen, was hier grad abgeht. Das funktioniert. Ich mache die Kamera aus und schaue nach oben. Da stehen sie, ganz dicht dran, die schlanken und starken blau-rot lackierten Stahlkonstruktionen. Durch das neblige Wetter sind die Leuchten bereits angeschaltet und strahlen mich an. Das Containerschiff ist ein riesiger Koloss, der vollbeladen mit einer unzählingen Menge von Containern ist. Wie Legosteine sind sie in einer imposanten Höhe gestapelt.

 

Es rattert, piept und surrt; die vollautomatisierten Vorgänge auf dem Gelände sind bestens strukturiert. Unbemannte Fahrzeuge transportieren die Container an die vorgesehenen Plätze. Jetzt kommt es auch langsam in mir an, dass ich hier stehe und freue mich wie verrückt. Ich bin schwer beeindruckt von dem, was ich sehe. Auf "unserer" Straße fahren die Fahrzeuge der Mitarbeiter der HHLA (mittlerweile fast alle mit Elektroantrieb) ab und zu vorbei. Die habe ich nun auch im Blick und gehe rechtzeitig beiseite.

Hamburg im Regen

Die Sängerin Mary Roos wäre spätestens an dem Tag von diesem Usselwetter für ihren Song "Hamburg im Regen" aus den 70er Jahren inspiriert worden. Es regnet mittlerweile in dicken Tropfen, also ist es quasi doppelt nass, denn der Nebel ist auch noch dichter geworden. Wir machen Halt an den Bahnschienen, wo die Waggons der Bahnen be- und entladen werden und sehen, wie sie wie Konservendosen hochgehoben werden. Unglaublich, was hier tagtäglich an Tonnen von Gewicht bewegt wird.

 

Weiter geht es im Van zu den LKW-Terminals. Hier bekommen die großen Fahrzeuge ihre Ladungen verpasst. Sie stehen mit grell leuchtenden Scheinwerfern nebeneinander aufgereiht. Unter den Kränen sehen sie wegen der unterschiedlichen Größenverhältnisse fast wie Spielzeugwagen aus. Ab und zu donnert einer der mehrrädrigen Kolosse an uns vorbei. Auch hier gilt es, sich an die Sicherheitsvorschriften zu halten, denn sonst wird das Abenteuer möglicherweise das letzte im Leben. Ein Schritt zu weit könnte schon zu viel sein. Auch das ist für mich auf eine ganz eigene Art beeindruckend.

 

Unsere letzte Station ist dann quasi auf dem Rückweg am Ende des Schiffsterminal, wo die Tour zuvor begann. Es ist nun stockduster und die Scheinwerfer des Terminals bieten uns die einzige Lichtquelle. Links von uns fahren immer noch die unbemannten Fahrzeuge aneinander vorbei durch die Reihen der Container. die Kräne, die dort agieren, erinnern mich irgendwie an den Sci-Fi Film "Tron", denn sie sehen fast genauso aus, wie in dem bekannten Film und fahren in unterschiedlichen Größen untereinander weg.

 

Es gibt auch gewisse Parallenen zum PC Spiel Tetris, denn jeder noch zu kleine Platz ist offensichtlich wichtig und muss genutzt werden. Dicht an dicht stehen die Metallquader.

 

Nachdem wir zu unserem Ausgangspunkt zurückgefahren sind, geben wir die uns überlassenen Westen und Schutzhelme wieder ab.

Das Ziel: Die  HHLA bis 2040 klimaneutral

Die geballten Informationen, die uns die Mitarbeiter über die dortige Arbeit und die Zukunft des CTA mitgaben, vermag ich "mal eben so" nicht wiedergeben, denn ich war zu sehr mit der Fotografie beschäftigt. Sehr wichtig finde ist mir, dass  sich im Zuge des Klimawandels die HHLA dieses Themas angenommen hat und bis 2040 komplett klimaneutral sein will. Der Container Terminal Altenwerder (CTA) wurde bereits 2019 als weltweit erste klimaneutrale Umschlaganlage für Container vom TÜV Nord zertifiziert.

 

Noch heute bin ich über den Einblick so beeindruckt und freue mich über diesen unvergesslichen Tag. Vielleicht darf ich ja noch einmal wiederkommen und dann bringe ich auch Zettel und Stift mit, denn ich bin überzeugt, es gibt viele interessante Fakten festzuhalten und zu berichten. Und dann schaue ich wieder ganz fasziniert auf zu den "Hafengiraffen".

Alles an relevanten Informationen der HHLA gibt es auf der umfangreichen Homepage nachzulesen.

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