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...und bitte im Urlaub viele Fotos machen, ja!?

Kreta-griechische Insel mit viel Geschichte

Wenn einer eine Reise macht, dann hat er viel zu erzählen oder ist heutzutage bestrebt, möglichst viele Fotos zu machen.

 

Urlaub in Griechenland, mein erster dorthin überhaupt. Es verschlug mich und meine Partnerin nach Kreta, auf Empfehlung unseres Reisebüros, was sich als goldrichtig herausstellte. Aber das nur am Rande... Sechs volle Tage Zeit, um sich die größte griechische Insel einmal ein wenig anzuschauen. Natürlich musste die Kamera mit. Man kennt sie ja, die tollen repräsentativen Fotos in den Katalogen oder von vielen Internetseiten. Solche wollte ich auch machen. Und...na klar...die Langzeitbelichtungen zu den Sonnenaufgängen oder Sonnenuntergängen sollten es auch sein, die ich vor dem inneren Auge schon sah.

 

Doch vorrangig war der Plan, es ruhig angehen zu lassen. Ein paar Tagestouren vielleicht machen... man kann ja nicht alles innerhalb einer Woche sehen...

Georgioupolis


Rethymnon


Letzten Endes hatten wir Lust in unserem Verweilort Georgioupolis mehr Zeit zu verbringen. Wir hatten unser Appartement mitten im kleinen malerischen Ort, der an Gastronomie und auch für Selbstversorger nichts vermissen ließ. Die unmittelbare Nähe zum Strand war das Tüpfelchen auf dem "i".

 

Schließlich planten wir drei Touren im Norden der Insel: Eine nach Rethymnon und danach noch nach Chania. Beides relativ kleine Hafenstädte direkt an der Küste, die geprägt sind von den Bauten der Venezianer, die die Insel Kreta lange besetzt hatten. Dort gibt es kleine Gassen mit wunderschönen Tavernen, die zum Sitzen, Essen oder Kaffeetrinken einladen und in denen man sich an warmen Tagen eine schöne Abkühlung gönnen kann. Farbenfroh gestrichene Häuser und viele Geschäfte befinden sich in diesen schmalen Gassen, in denen die Touristen kleine Geschenke für sich und ihre Lieben besorgen können.

 

Ach ja die Touristen. Ich... ja...ich hatte jedes Mal die Kamera dabei und musste, wie alle anderen auch ständig stehen bleiben und mal eine Aufnahme machen. Instagram und die Homepage brauchen ja neues und attraktives Futter. Aber es braucht ja auch nur so etwas...für die Erinnerung und später...das kennen Sie doch auch oder!?

 

Doch gefühlt latschten mir die weiteren Touristen ständig ins Bild oder stehen grad da, wo ich auch hin will...lästig...Hier noch ein Selfie, direkt auf Facebook hochgeladen. So typisch... (ähm).

 

Während unserer zweiten Tour, nach Rethymnon, stellte ich fest, dass das gar nicht sein soll oder muss. Ich hatte gar keine Lust, mich damit zu stressen, vielleicht etwas verpassen zu können.

Argiroupoulis

Mir fiel eine Geschichte ein...Die von den Reisenden, die im Reisebus unterwegs sind. Draußen gibt es die Sehenswürdigkeiten, an denen sie vorbeifahren. Alle haben die Kamera in der Hand und knipsen wie verrückt. Nur einer nicht, der guckt einfach aus dem Fenster. Auf die Frage, warum er keine Fotos macht, erwähnt er, er könne sich doch alles gleich hier vor Ort ansehen, anstatt später Zuhause.

Ich glaube, ich hatte das im Hinterkopf und war in diesem Gedanken wohl auch unterwegs. Einfach mal das direkt mitnehmen und die Eindrücke auf die eigene Festplatte ins Langzeitgedächtnis schieben. Die Wärme auf der Haut speichern, Gerüche wahrnehmen. Kräuter, Gewürze, Essensgerüche, die so unvergleichlich landestypisch sind; sehen und genießen. Während neben mir die anderen Urlauber ihre Selfies machen, stecke ich die Kamera weg., trinke noch einen Schluck griechischen Kaffee und freue mich, einfach zu sein.

Im Hafen von Georgioupolis

Dennoch konnte ich es mir selbstverständlich nicht nehmen lassen, meinen schönen Sonnenaufgang mitzunehmen, damit auch das Instagram Herz beruhigt ist. Übrigens, das ist in Orten mit viel Tourismus sehr empfehlenswert für die, die es auch einmal ruhiger mögen.

 

Morgens um sechs aufstehen. Der Himmel ist noch dunkelblau und geht langsam ins orangerote über. Es ist frisch, aber das T-Shirt reicht aus, um nicht zu frieren. Nichts außer das Rauschen des Meeres ist zu hören. Ich sitze an der Küste und machte ganz in Ruhe meine Aufnahmen. Währenddessen findet ein ehrfürchtiges Naturschauspiel statt, dem ich beiwohnen darf. Langsam kämpft sich die Sonne durch die noch zahlreichen Morgenwolken über dem Inselgebirge. Zunächst schaut der gelbe Ball durch ein "kleines" Loch, das sich wieder schließt. Nächster Versuch. Die hellen Strahlen zeigen sich nun über den Wolken. Noch einmal kämpfen dann ist sie endlich durch. Ich spüre die steigende Wärme auf meiner Haut und gehe zurück, während der kleine griechische Ort Georgioupolis aufwacht. Die Straßen werden vom Hotelpersonal gefegt, die Strandliegen stehen für den täglichen Andrang adrett und parallel zurechtgerückt bereit. Die mutmaßlichen Frühaufsteher sitzen in den Hotels am Fenster und frühstücken; erste vereinzelte Badegäste schwimmen bereits im klaren Wasser. Ich merke... es hat also richtig gut geklappt mit dem Speichern.

 

Meine Aufnahmen sind auf der Speicherkarte. Viele sind es im Grunde nicht. Aber sie bleiben, die meisten auf der inneren Festplatte.

 

 

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