· 

Lübeck, meine Heimatstadt wiederentdeckt

Ah...Lübeck, ja Holstentor und Marzipan...kenn ich doch!

Ich habe als gebürtige Lübeckerin über 40 Jahre in der Hansestadt gelebt und während dieser Zeit wohl etwas "Betriebsblindheit" entwickelt. Scheinbar wurde es über die Jahre für mich zunehmend langweilig;  ich hatte mich einfach sattgesehen an den typischen Backsteinbauten, dem bekannten Rathaus, das sich schräg gegenüber des wohl bekanntesten Hersteller von Marzipanbroten und anderen leckeren Süßigkeiten aus Mandeln und Rosenwasser befindet. Wie viele Touristen jedes Jahr nach Lübeck kommen, um sich davon etwas mitzunehmen oder durch die kleinen Altstadtgassen zu bummeln, lässt sich vermutlich nicht genau beziffern. Mich hat es irgedwann eher genervt, mich in den Straßen zwischen den zahlreichen Menschen hindurchdrängeln zu müssen, um an mein Ziel zu gelangen.

 

Das ist seit Anfang 2015 Vergangenheit, seitdem lebe ich in Kiel und habe mich hier viel "herumgetrieben". Die örtliche Veränderung war aber auch persönlichen Gründen geschuldet (oder zu verdanken) und es war offensichtlich einfach an der Zeit für einen umfangreichen Tapetenwechsel.

 

Ob ich nach der langen Zeit nicht Tendenzen hätte, nach Lübeck wieder zurückzuziehen, wurde ich mehrfach gefragt. In der ersten Zeit habe ich das konsequent verneint. Ich war erst einmal weg. Doch Familie und Freunde leben natürlich noch in meiner Heimatstadt also sind regelmäßige Aufenhalte in meinem Kalender vermerkt.

Die charmante Lübecker Altstadt durchs Objektiv gesehen

zurück zu den Wurzeln meines Lebens

Im Laufe der Zeit, in der ich seit 2015 versuchte mit Kiel "warm zu werden", habe ich die Fotografie immer mehr ausgeweitet und somit auch geschaut, welche Orte in Norddeutschland interessant sind. Natürlich Kiel gehört jetzt auch dazu, denn mittlerweile bin ich "angekommen".

 

Für mich war aber klar, dass Hamburg einer der Orte sein wird, der einen großen Teil meiner Aufmerksamkeit erhalten muss. Aber wenn es einen weiteren  nennenswerten Ort gibt, der unbedingt dazu gehört, dann ist es Lübeck. Was lag da näher, als die Heimat ab sofort mit der Kamera wieder zu entdecken. Und das mache ich nun regelmäßig und freue mich, Lübecker Ecken durch die Linse betrachtet, noch einmal ganz anders zu sehen. Und es gibt weitaus mehr als Marzipan und Holstentor. Die Lübecker Kirchen sind immer einen Besuch wert. Abends sind die schönen kleinen Gassen im Bereich der Ober- und Untertrave dezent beleuchtet. Kleine Cafés und Gaststätten laden zum Sitzen und Schnacken ein. Mittlerweile laufe ich zu gerne durch die Straßen und lasse die Atmosphäre der kleinen Stadt auf mich wirken.

das Behnhaus-Museum in der Königstraße

mit Hamburger Fotografen auf Entdeckungstour in Lübeck

 Im Spätsommer in diesem Jahr hatte ich mich über Instagram zu meinem ersten Treffen mit den Igershamburg (Hamburger Fotografen) zu einem Fotowalk verabredet und dieses Treffen fand...in meiner Heimatstadt Lübeck statt.  Für mich sollte das ein spannender Tag werden, denn ich war neugierig darauf, wie die anderen Mitglieder Lübeck sehen und was ich an Orten neu entdecke oder auch wiederentdecke. Lübeck ist eine kleine Stadt, die man, wenn man es eilig hat, sehr schnell begehen kann. Das wäre aber sehr schade, denn die Stadt hat es verdient, dass man ihr sehr viel Zeit widmet. Und so waren wir mit der Gruppe in einem relativ kleinen Radius in der Altstadt zwischen der Königstraße und der Untertrave unterwegs und verbrachten dort mehrere Stunden.

 

Das Wetter bescherte uns den letzten richtig warmen Sommertag. Ich merkte, dass ich immer noch sehr verwurzelt mit Lübeck bin und das ist ein sehr schönes Gefühl. Ich hatte mir nie Zeit genommen, um eines der vielen Museen zu besuchen oder die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen in Anspruch zu nehmen.  An diesem Nachmittag und Abend fand die Nacht der Museen in Lübeck statt. Wir Fotografen besuchten dadurch dann auch das Behnhaus, das Willi-Brandt-Haus und weitere Museen.Ich denke, dass jeder der Teilnehmer "seine" Aufnahmen gemacht hat und hoffentlich zufrieden mit der Ausbeute war.

 

Es war für mich ein runder und schöner Tag. Ich freue mich, dass Hamburg und Lübeck so gut harmonieren, dabei habe ich nette Menschen getroffen, die ich inzwischen schon wiedergesehen habe.

 

Ich bin davon überzeugt, dass Lübeck nicht ärgerlich auf mich ist, denn wir wussten wohl beide, dass wir immer im Herzen miteinander verbunden sind. Und so bin ich weiterhin verliebt in meine Heimat; ich plane sie weiter-, wieder- und neu zu entdecken.

Detailliebe aufgenommen in der Lübecker Altstadt

es lohnt sich, immer einmal genauer auf die vielen Details zu achten, die man  in der Lübecker Alstadt sonst verpassen würde.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0